Blogbeitrag:
Dein Hund leckt ständig an den Pfoten?
Was könnten die Ursachen dahinter sein?
Verfasst von: Anne Schwarzer – Gepr. Tierheilpraktikerin / 15.10.2026
Dein Hund leckt oder knabbert immer wieder an seinen Pfoten? Vielleicht sind die Zwischenzehenbereiche bereits gerötet, das Fell verfärbt sich bräunlich oder dein Hund findet einfach keine Ruhe mehr?
Gelegentliches Pfotenlecken gehört zur normalen Körperpflege eines Hundes. Wird das Lecken jedoch auffällig häufig, intensiv oder führt sogar zu wunden Stellen, steckt meist mehr dahinter als nur eine Angewohnheit. Die Ursachen können vielfältig sein. Von Allergien und Hautinfektionen über Fremdkörper bis hin zu Schmerzen oder einer ungeeigneten Fütterung kommen unterschiedliche Auslöser infrage.
Wichtig ist deshalb, nicht nur das Lecken zu unterbinden, sondern herauszufinden, warum dein Hund überhaupt damit beginnt.
ALLERGIEN, WENN DIE HAUT STÄNDIG JUCKT
Eine häufige Ursache für wiederkehrendes Pfotenlecken sind allergische Hauterkrankungen. Dabei reagiert das Immunsystem beispielsweise auf Umweltallergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder andere Bestandteile der Umgebung. Auch Futtermittel können bei manchen Hunden allergische Reaktionen auslösen.
Typische Hinweise können sein:
Häufiges Lecken oder Knabbern an mehreren Pfoten
Rötungen zwischen den Zehen
Wiederkehrende Ohrenentzündungen
Juckreiz an Bauch, Achseln oder anderen Körperstellen
Saisonale Beschwerden, beispielsweise während der Pollensaison
Allerdings lässt sich allein anhand geröteter Pfoten nicht feststellen, ob tatsächlich eine Allergie vorliegt.
HEFEPILZE UND BAKTERIEN
Besonders zwischen den Zehen finden Bakterien und Hefepilze wie Malassezia unter bestimmten Bedingungen ein günstiges Milieu.
Feuchtigkeit, eine bereits geschädigte Hautbarriere und wiederholtes Lecken können solche Probleme begünstigen.
Mögliche Anzeichen sind gerötete Haut, bräunlich verfärbtes Fell, fettige Beläge, unangenehmer Geruch und anhaltender Juckreiz. Häufig sind Hefepilze oder Bakterien jedoch nicht die eigentliche Ursache, sondern eine Folge einer bereits bestehenden Hauterkrankung. Deshalb reicht es bei wiederkehrenden Beschwerden oft nicht aus, die Haut ausschließlich äußerlich zu behandeln.
FREMDKÖRPER UND VERLETZUNGEN
Wenn dein Hund plötzlich ausschließlich an einer Pfote leckt, solltest du besonders aufmerksam sein. Mögliche Ursachen sind beispielsweise Grannen, Dornen, kleine Steinchen, eingerissene Krallen oder Verletzungen der Ballenhaut.
Auch schmerzhafte Veränderungen zwischen den Zehen können dahinterstecken. Schau dir die Pfote vorsichtig an, ohne schmerzhafte Stellen auseinanderzuziehen oder tief sitzende Fremdkörper selbst zu entfernen.
Humpelt dein Hund, ist die Pfote geschwollen oder offensichtlich schmerzhaft, sollte sie zeitnah untersucht werden.
WELCHE ROLLE SPIELEN ERNÄHRUNG UND DER DARM?
Die Ernährung kann einen wichtigen Einfluss auf die Hautgesundheit haben.
Für eine gesunde Hautbarriere benötigt der Organismus unter anderem ausreichend hochwertiges Eiweiß, essenzielle Fettsäuren, Zink und weitere bedarfsgerecht zugeführte Nährstoffe. Bei einer unausgewogenen Fütterung können Mängel entstehen, die sich auch an Haut und Fell bemerkbar machen.
Außerdem können bestimmte Hunde auf Bestandteile ihres Futters allergisch reagieren. Das äußert sich nicht zwangsläufig durch Durchfall oder Erbrechen, sondern manchmal hauptsächlich durch Juckreiz und Hautveränderungen.
DARMFLORA
Die Darmflora und das Immunsystem stehen in engem Zusammenhang. Die Forschung beschäftigt sich zunehmend damit, welche Rolle das Mikrobiom bei allergischen und entzündlichen Erkrankungen spielt. Allerdings bedeutet Pfotenlecken nicht automatisch, dass die Darmflora gestört ist.
Eine Kotuntersuchung oder ein gezielter Darmaufbau kann bei zusätzlichen Verdauungsbeschwerden im Einzelfall sinnvoll sein. Sie ersetzen jedoch weder eine dermatologische Untersuchung noch den Nachweis einer Futtermittelallergie. Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie ist eine sorgfältig durchgeführte Ausschlussdiät unter fachlicher Begleitung wesentlich aussagekräftiger als ein allgemeiner Futtermittel- oder Darmtest.
SCHMERZEN ODER STRESS?
Nicht jeder Hund leckt seine Pfoten aufgrund einer Hauterkrankung. Manche Hunde belecken schmerzhafte Körperstellen, beispielsweise bei Verletzungen, Gelenkproblemen oder Fehlbelastungen. Auch Stress oder ein erlerntes Verhalten können das Lecken verstärken.
Gerade bei plötzlich auftretendem oder dauerhaftem Pfotenlecken sollten körperliche Ursachen jedoch zuerst ausgeschlossen werden, bevor das Verhalten als psychisch bedingt eingeordnet wird.
WIE KANN DIE NATURHEILKUNDE UNTERSTÜTZEN?
In der ganzheitlichen Betrachtung steht für mich nicht nur die gereizte Pfote im Mittelpunkt, sondern der gesamte Hund.
Neben der tierärztlichen Abklärung können je nach Ursache eine angepasste Fütterung, eine gezielte Unterstützung der Hautbarriere und eine geeignete, schonende Hautpflege sinnvoll sein. Auch die Lebensumstände, mögliche Belastungen und die individuelle Vorgeschichte sollten berücksichtigt werden.
Wichtig ist dabei, nur Maßnahmen einzusetzen, die zur tatsächlichen Ursache passen. Nicht jeder Hund benötigt Nahrungsergänzungsmittel, einen Darmaufbau oder zusätzliche Hautpflegeprodukte.
Dein Hund leckt auch ständig an seinen Pfoten?
Rötungen, Juckreiz oder sogar wunde Stellen?
Dahinter können Allergien, Hefepilze, Verletzungen oder andere Ursachen stecken. Manchmal lohnt sich auch ein Blick auf die Ernährung.